Gemeinderatsausflug vom 3. Oktober 2026

23. Oktober 2026

An einem wunderschönen Herbstmorgen trafen sich die Mitglieder des Gemeinde- und Stadtrates am Bahnhof Dietikon zum diesjährigen Gemeinderatsausflug. Die Spannung war gross, denn die Informationen zum Programm waren bewusst knapp gehalten. Einzig eines war bekannt: Die Kleider könnten schmutzig werden. An der vorgängigen Gemeinderatssitzung wurde sogar nochmals betont, dass die Kleidung notfalls anschliessend entsorgt werden müsse.

Die erste Station führte ins Kirchengemeindehaus der reformierten Kirche Dietikon, wo die Teilnehmenden bei Kaffee und Gipfeli herzlich empfangen wurden. An vier grossen Tischen verteilt wurden die Anwesenden von den beiden Graffiti- und Street-Art-Workshopleitern Nita und Raul begrüsst. Sie stellten sich und ihre Mission vor. Normalerweise führen sie Workshops mit Jugendlichen durch. An diesem Tag durften jedoch die Mitglieder des Gemeinderates und Stadtrates selbst zur Spraydose greifen und eine Wand gestalten. In einer kurzen Vorstellungsrunde berichteten die Teilnehmenden über ihren persönlichen Bezug zu Graffiti und Street Art. Die Erfahrungen reichten vom eigenen Sprayen über die Verhinderung von Sprayereien bis hin zum kreativen Malen mit Strassenkreide gemeinsam mit den Enkelkindern. Anschliessend wurden zahlreiche Beispiele von Street Art aus aller Welt diskutiert. Dabei fielen bekannte Namen wie «Nägeli» und «Banksy». Zudem wurde über die Unterschiede zwischen Graffiti, Street Art und Kunst im Allgemeinen philosophiert.

Die erste praktische Aufgabe bestand darin, ein Wort zu finden, das den Gemeinderat, also das Parlament, der Stadt Dietikon repräsentiert und hinter dem alle Beteiligten stehen können. Die vier Gruppen sammelten Ideen, die dann vorgestellt wurden. Gemeinsam einigte man sich schliesslich auf das Wort «Mitenand». Jede Gruppe erhielt zwei Buchstaben zugeteilt und machte sich an die gestalterische Arbeit. Ob mit Unterstützung von KI oder dank der eigenen künstlerischen Ader: Es wurden zahlreiche Entwürfe erstellt, Ideen gesammelt und Skizzen gezeichnet. Noch blieben dank Kartonunterlagen sowohl die Tische als auch die Kleider erstaunlich sauber.

Zur Stärkung wurde ein köstliches kanadisches Mittagessen serviert, das von Familie und Freunden der Gemeinderatspräsidentin Kathi Kiwic zubereitet worden war. Die Wahl des Menüs stand im Zusammenhang mit ihrer zweiten Heimat und fand grossen Anklang. Serviert wurden unter anderem eine feine Spalterbsen-Suppe, Poutine, eine Tourtière sowie verschiedene Salate. Auch das reichhaltige Dessertbuffet mit zahlreichen kanadischen Süssigkeiten liess keine Wünsche offen.

Der anschliessende Verdauungsspaziergang führte über den Bahnhof ins Limmatfeld. Dort wartete bereits die Wand, deren Gestaltung dank einer von Kathi Kiwic eingeholten Bewilligung möglich war. Raul hatte die Buchstaben perfekt vorbereitet, sodass die Gemeinde- und Stadträte ihrer Kreativität freien Lauf lassen konnten.

Nun zeigte sich, weshalb die Frage der Kleiderwahl im Vorfeld thematisiert worden war. Die ersten Farbflecke liessen nicht lange auf sich warten. Selbst die Gemeinderatspräsidentin blieb von den Tücken der Spraydose nicht verschont und durfte ihre Schuhe nach einer kleinen Farbattacke in deutlich bunterem Zustand mit nach Hause nehmen. Einige Teilnehmende erklärten ihre Kleidung bereits vorsorglich zum Auslaufmodell.

So entstand direkt neben den Gleisen ein beeindruckendes Kunstwerk, das hoffentlich noch ein paar Jahre lang bewundert werden kann. Mitenand liess die Gruppe den kreativen und gelungenen Tag im Pub ausklingen. Die Kleider waren zwar nicht mehr überall makellos, die Erinnerungen dafür umso bunter.

Weiterer Fotos finden Sie in der Fotogalerie.

Der Gemeinderat am Graffiti- und Street-Art-Workshop
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